Zeit stand still!

Internationales Weihnachten der Jugendfreund-Chöre mit Solisten

Ein imposantes Bild beim Jugendfreund-Konzert zu Weihnachten in der Christuskirche

„Auf dem Weg nach Bethlehem…“ hatten sich musikalisch die Sängerinnen und Sänger des Gesangvereins Jugendfreund Watzenborn-Steinberg mit ihrem Chorleiter Jan Hoffmann am Abend des 3. Adventsonntag gemacht. Im vollbesetzten Kirchenschiff der Christuskirche in der „Singenden Stadt“ Pohlheim waren aus der Feder des populären zeitgenössischen Komponisten, dem Briten John Rutter, gleich im ersten Konzertteil drei Lieder mit dem „Weihnachtslied der Hirten“, dem „Stern zu Bethlehem“ und dem „Weihnachtswiegenlied“ zu hören, die so nicht oft bei Weihnachtskonzerten zu hören sind. Sie bildeten den melodiösen Einstieg in eineinhalb Stunden schönster weihnachtlicher Musik, zudem neben den Sängerinnen und Sängern des Jugendfreund auch vier Solisten aus dem Stadttheater Gießen mit der Spanierin Naroa Intxausti (Sopran), die in Moskau geborene Olga Wallenhauser (Alt), Chul-Ho Jang (Bariton) aus Südkorea und der US-Amerikaner Shawn Mlynek (Tenor) ihren klanglich brillanten Beitrag leisteten. Instrumental am Klavier Wolfgang Wels und bei ausgesuchten Stücken an der Trompete Johannes Oswald, begleiteten die Sängerinnen und Sänger.  

Solisten und Jugenfreund-Sängerinnen und Sänger beim Weihnachtskonzert

So war das Weihnachtskonzert unter dem Titel „Machet die Tore weit“ auch eine Reise durch die Welt der internationalen Weihnachtsmusik. Nach dem gleichnamigen Auftakt-Titel im Satz von Andreas Hammerschmitt durch die Chorsänger vom Jugendfreund moderierte Reiner Burger das weitere Programm, das nach Rutters drei eingängigen Weihnachtstücken noch weitere musikalische Überraschungen für die Konzertfreunde beinhaltete. So waren es auch die kleinen Geschichten, die Burger im Übergang mit Rilkes „Advent“ oder Luthers ersten Weihnachtsgottesdienst in Wittenberg mit der Jesu-Geburtsgeschichte in deutscher Sprache aus dem Jahr 1521 Rezitativ vortrug, die mit zum Innehalten anregten. Im Wechsel von Männer- und Frauenchor waren konzertant aber auch das Lateinisches mit „Ubi Caritas“ von Ola Gjeilo von den Frauenstimmen, wie auch das englischsprachige Spiritual „I will praise thee, o Lord“ der Männer neben „Engel haben Himmelslieder angestimmt“ und „Sterne ziehn leise ihre Bahn“ im weiteren Verlauf durch die Chöre zu hören. 

„Auf dem Weg nach Bethlehem…

Jugenfreund-Chöre

Danach hatten die vier Solisten aus ihren jeweiligen Heimatländern weihnachtliches Liedgut für die erwartungsfrohen Zuhörer mitgebracht. Vom russischen Weihnachtslied von Wallenhauser vorgetragen, dem „The Lord is my shephard“ in koreanischer Sprache mit dem klangvollen Bariton Jangs, dem Lied „Mesias sarritan“ mit Chorbegleitung von der Baskin Intxausti bis hin zum sanften „Have yourself a merry little Christmas“ mit der US-amerikanischen Tenor-Stimme von Mlynek waren ausgesuchte Titel zu hören, die den Atem der Zuhörer zum Stocken brachten. Man hätte meinen können, dass die Zeit im Konzert stillsteht, denn es war eine besondere, so eine nicht oft bei Konzerten zu erlebende andächtige Stille im Publikum. Die eine oder andere emotionale Träne war im Angesicht des Gehörten zu erleben. 

„Joy to the world“

„Joy to the world“ sangen Jugendfreund-Chöre und Solisten gemeinsam, darunter aus den eigenen Chorreihen auch als Solisten Monika Neumann und später beim Mendelssohn-Bartholdys unvollendeten dritten Oratorium „Christus“ Anne Häuser. „ O Holy Night“ stimmten die vier Stadttheater-Solisten an und am Ende ein stimmungsvolles „Stille Nacht“ der Jugendfreund-Chöre, das den Abschluss eines ergreifenden Konzertereignis bildete, das einem Vorfreude auf die kommenden Festtage machte. Dank ging von Jugendfreund-Vorsitzenden Thomas Telling an alle Mitwirkenden sowie für die musikalische Gesamtleitung an Jan Hoffmann mit Blumen und Wein im Besonderen.  

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