Völkermord-Mahnmal leuchtet Blutrot in die Pohlheimer Nacht

Das Völkermord-Mahnmal leuchtet in der Nacht zur Erinnerung und Mahnung

Das bundesweit erste Mahnmal zur Erinnerung an den Völkermord an Armeniern, Aramäern und Chaldäern 1915-1917 im damaligen Osmanischen Reich wurde in der mittelhessischen Stadt Pohlheim in einer Gedenkstunde offiziell enthüllt. Der Zylinder aus Stahl symbolisiert mit einem Schwert das vergossene Blut der Vorfahren in der ehemaligen Heimat, über dem ein Stern der Hoffnung steht, der Trauer und Versöhnung einen Platz geben soll. Nachts leuchtet der Korpus Blutrot und macht seine Symbolik plastisch für den Betrachter sichtbar und erinnert in den Sprachen Deutsch, Englisch und Aramäisch an den damaligen Genozid.

Offizielle Enthüllung am Samstag, den 2. November 2019 des Völkermord-Mahnmals in Pohlheim

2001 hatte bereits Frankreich die systematischen Massaker an den rund 1,5 Millionen Menschen dieser Bevölkerungsgruppen als Völkermord eingestuft, 2016 folgte Deutschland und ganz aktuell Ende Oktober 2019 die USA. Im Capitol in Washington wurde durch das Repräsentantenhaus mit Mehrheiten aus Republikaner und Demokraten gemeinsam eine Resolution mit Blick auf die jüngsten kriegerischen Ereignisse in den Kurdengebieten verabschiedet, das den Genozid im 1. Weltkrieg verurteilt. 

Ein würdiger Ort des Gedenkens.

Kritisiert wurde das Mahnmal im Vorfeld von Vertretern des türkischen Generalkonsulats in Frankfurt, die es aber trotz Protesten nicht verhindern konnten. Die heute in Mittelhessen lebenden Nachfahren der betroffenen Familien steht nun ein Ort mit dem Denkmal zum Gedenken an die Opfer zur Verfügung, dass sie sich in ihrer neuen Heimat so lange gewünscht hatten. Vor Bürgerinnen und Bürgern und syrisch-orthodoxen Kirchenvertretern würdigten die obersten politischen Vertreter von Pohlheim mit Stadtverordnetenvorsteher Prof. Helge Stadelmann und Bürgermeister Udo Schöffmann das Denkmal. 

Die Inschrift in englischer Sprache

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