Rassismus-Vorwürfe gegen Turabdin-Zuschauer

Harte Strafe droht durch Fußball-Sportgericht

Der Mann mit der Pfeife steht beim Fußball immer mehr in der Zielscheibe von Gewalt, verbal und körperlich. Jetzt auch im mittelhessischen Pohlheim.

Beim letzten Heimspiel vom FC Turabdin-Babylon Pohlheim gegen den SV Bauerbach in der Verbandsliga Hessen Mitte soll es bei Attacken durch Zuschauer und Vereinsoffizielle auch zu rassistischen Ausfällen gegen den Schiedsrichter gekommen sein. „Erheblich“ und „gravierender“ als der jüngste Vorfall im Odenwald seien die Pohlheimer Ereignisse so der Sportgerichtsvorsitzende Rainer Lach. Der betroffene Schiedsrichter mit afghanischen Wurzeln sei von einem Zuschauer rassistisch beleidigt worden. Der Fußballverein Turabdin selbst wurde von christlichen Suryoye (Aramäern, Assyrern, Chaldäern) aus dem syrisch-türkischen Gebiet gegründet, die in Mittelhessen bereits vor Jahrzehnten eine neue Heimat gefunden haben. 

Turabdin war schon einmal mit Bedrohungen aufgefallen. Pyros wurden beim zurückliegenden Relegationsspiel gezündet, auch damals ging es Verbal hart zur Sache. Im Juni diesen Jahres war der Verein zudem in den Fokus wegen einem „Schwarzbau“ auf dem Sportgelände geraten. Damals hatten Verantwortliche den Bürgermeister aufgrund des Genehmigungsverfahrens der Falschaussage bezichtigt. Ein schriftlicher Bauantrag lag aber nachweislich nicht vor. 

Jetzt wird ein hartes Urteil vom Hessischen Fußballverband erwartet. Der Zuschauer wurde vom Verein selbst bereits mit Platzsperre belegt. Für das aktuelle Spielwochenende ist Turabdin bereits mit einem Spielverbot belegt. Am Dienstag, 5. November 2019 um 18.30 Uhr tagt das Sportgericht und wird sein endgültiges Urteil im Fall Turabdin Pohlheim fällen. Beleidigungen bis hin zu Gewalt sind insgesamt in den Fokus des DFB gerückt und sollen zukünftig hart bestraft werden. Der Fußballclub bestreitet vor Medien die Vorfälle durch Vereinsoffizielle, zumindest in Teilen.

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